Kubuntu 17.04 ist da!

Kubuntu heißt jetzt Zesty Zapus, also Begeisterte Hüpfmaus. Zesty ist wie immer am besten über ein Peer-to-Peer-Netzwerk herunterzuladen. Nutzt die untenstehenden Torrent-Links:

Die erhaltenen .ISO-Images sollten per md5sum, sha1sum oder sha256sum auf Korrektheit überprüft werden:

Die obigen Images (ca. 1.6 GB) können via UNetbootin auf einen USB-Strick transferiert werden oder auf eine DVD gebrannt werden. Ein bestehendes System lässt sich z. B. mit der Softwareverwaltung auf 17.04 bringen.

Viel Spaß!

Gestaltung von Bewerbungen

Vor der Heilung kommt die Aufregung, zumindest hier möchte ich mich leicht echauffieren. Vor Kurzem hielt ich die Bewerbung eines Universitätsabsolventen in der Hand, diese war inhaltlich gut, eventuell wäre eine Seite kürzer noch besser und die Gestaltung war quietschig, überladen, bunt. Nichtsdestotrotz konnte ich gut erkennen das sich dieser Berufsanfänger mit dem typographischen Design seiner Bewerbung auseinandergesetzt hatte. Gleiches war gleich ausgezeichnet, es gab nur einige Hervorhebungen und das Gesamtbild war stimmig. Insgesamt eine gute Bewerbung, über Geschmack lässt sich eben streiten.

Nun habe ich über Wochen hinweg Bewerbungen gesehen, die jegliche Gestaltung vermissen lassen. Bewerbungen von Berufserfahrenen auf eine Stelle als Senior Berater. Es wird einfach Lebenswerk, Berufserfahrung und Ausbildung untereinander-getippt, schluderig mit Leerzeichen eingerückt, in Kardinalfällen ignorieren  die Autoren sogar die Zeilen- und Seitenumbrüche in Ihrem zu PDF geronnenen Machwerk. Wie gesagt wir reden über die Position eines gestandenen Beraters.

Ich frage mich wirklich, ob solchen Bewerbern zwei unterschiedliche Persönlichkeiten innewohnen: Eine Person die tagsüber perfekt mündlich, wie schriftlich mit Kunden kommunizieren kann, ein solides Basiswissen Typografie und Kommunikation mitbringt. Sobald die Sonne untergeht tritt vor dem heimische Computer ein Mr. Hyde zu Tage, der Buchstaben wild verteilt und die Textverarbeitung wie ein 12-Jähriger benutzt.

Aber gut, als ein erster Schritt zur Heilung sei dem typografischen Anfänger das Buch „Erste Hilfe in Typografie“ von Hans Peter Willberg und Friedrich Forssmann ans Herz gelegt. Es ist günstig, gut und schnell zu erfassen. Perfekt für den gestressten Dr. Jekyll und garantiert einen professionellen ersten Auftritt.

Kommunikations-Etikette

Aktuelle gibt es mal wieder zahllose Ansätze der E-Mail-Flut zu begegnen. Ich meine hiermit technische Alternativen, die sich meist als Abart von Chat oder Foren herausstellen. Das erschrickt mich eher, als das ich dort Hoffnung vermute. Denn meist kommt dabei nur ein zusätzliches Kommunikationsmittel, ein zusätzlicher Eingangs-Kanal heraus, der sich eben doch nicht die Alternative, sondern nur als weiteres Medium entwickelt. Wenn das die neue Kommunikationsmittel nach kurzer Euphoriephase immer weniger genutzt wird, so dass sich das nachsehen kaum lohnt, kann man sich ja ein E-Mail-Reminder einstellen. Sehr witzig!

Dabei liegt meiner Meinung nach viel daran, dass die meisten Leute mit den gegebenen Kommunikationsmitteln nicht sinnvoll umgehen. E-Mail wird als Chat missbraucht, via Chat wird etwas angefragt was aufwändiger zu klären ist, etc. Deshalb hier meine Stichwortlisten, um die verschiedenen Medien gut zu nutzen.

E-Mail

  • Bitte immer mit vollständiger Anrede und Grußformel. Wem das es zu aufwändig ist „Hallo“ und „Tschüß“ zu schreiben, der sollte mal über Chat nachdenken. E-Mail ist ein Medium bei dem eine Antwort bis zum nächsten Arbeitstag erwartet wird. Nicht innerhalb von Minuten und auch nicht erst nach Wochen. Sollte eine Beantwortung länger dauern, bitte kurz antworten, dass es vermutlich eine Woche oder bis zum Datum X dauert.
  • Informationsquellen, Dokumente, etc. am besten via Link in das Intranet verteilen. So gekommen die Ansprechpartner nicht dreimal die 15 MB veraltete Word-Dokumente im Anhang. Eine Aufforderung Dokumente wie Action-Tracker bitte upzudaten auch bitte inkl. Link-Verweis auf das Dokument. Auch wenn der Speicherort allen bekannt ist, kostet es Euch 3 Sekunden und dem Adressaten spart es eventuell Minuten.
  • Bitte denkt bei E-Mails an viele Adressaten, dass es Euch 1 Minute kostet Informationen aufzubereiten, allen Adressaten zusammen viele Minuten aus kompliziertem Kontext das Richtige zu filtern. Der Satz „zur Info dem Kunden gefällt unser Angebot, er möchte 3% Nachlass, siehe unten stehende Mail“ kostet Euch 20 Sekunden jedem Adressaten 1 Minute in der angegangenen Mail die ersten 3 Absätze zu lesen.
  • Mails an komplette Verteiler, die es aber nur teilweise Interessiert, bitte unterlassen. Sträflich sind Erinnerungen „Bitte daran denken X bis zum Termin Y zu erledigen“, wenn viele Leute auf dem Verteiler dies schon bei der ersten Mail erledigt hatten. Bitte nur säumige Kandidaten anschreiben.
  • Ausufernde E-Mail Kommunikation geradewegs stoppen. „Hier scheinen einige Dinge unverständlich zu sein, lassen Sie uns heute Nachmittag X Uhr diese Dinge in einer Telefonkonferenz klären“.

Chat

  • Synchrone Medien wie Chat oder Telefon haben das Problem, dass man nicht weiß ob der Gegenüber gerade beschäftigt ist. Selbst diese munteren Indikatoren „Grün, Gelb, Rot“ helfen kaum, weil trotz „Rot“ die Besprechung schon zu Ende sein kann oder bei „Grün“ gerade auf dem Festnetz oder auf dem Flur gesprochen wird. Einen Chat immer mit einem höflichen „Passt es Dir gerade einleiten“.
  • Chat sollte sich auf Anfragen konzentrieren, die sofort beantwortet werden können. Nicht auf Aufträge die mehr als 20 min Aufwand bedeuten. Dann lieber eine E-Mail schicken.
  • Chat ist ideal mit mehreren Teilnehmern gleichzeitig einfache Sachverhalte zu klären, zum Beispiel die Zuordnung von Aufgaben. Viele Tools bieten an auf Audiokonferenzen umzuschalten, wenn es doch eine aufwändigere Klärung wird.

Telefon

  • Bei Telefon gilt vieles was auch für Chat gilt. Allerdings lassen sich mündlich komplexere Sachverhalte schneller klären.
  • Wenn der Ansprechpartner nicht erreichbar ist, sollte man über das Anliegen kurz nachdenken und eventuell das Medium wechseln. Via Chat kommt vielleicht ein „bin in Telko in 15 min wieder erreichbar“.
  • Bei Nachrichten auf die Mobilbox bitte daran denken, dass die Audioqualität Eures Anrufs nicht immer die Beste sein muss und das der Angesprochene vielleicht nicht alles im Zugriff hat. Statt „Hier ist Herr X, es geht um Kunde Y, rufen Sie mich unter der bekannten Nummer an.“ sorgfältig „Hier ist Herr X, es geht um Kundenprojekt Y, rufen Sie mich unter der 0123-456-789 an. Ich bedanke mich, das war Herr X“ dabei die Nummer so langsam und klar vorlesen, dass diese mitgeschrieben werden kann. Wie man seinen Namen zwei Mal verpackt ist eine Frage des persönlichen Stils, ich rate jedoch diesen zu wiederholen.
  • Ist der Ansprechpartner tagelang nicht erreichbar und meldet sich nicht auf die ausgesprochene Nachricht in der Mobilbox, vielleicht einfach mal eine E-Mail schreiben. Vermutlich hilft die Out-of-Office-Mail bei schon weiter, der Ansprechpartner ist im Urlaub, Training, etc. und nennt sogar für Euer Anliegen eine Vertretung.
  • Es ist sinnvoll und gar nicht unfreundlich nach einem Telefonat, in dem ein komplexer Sachverhalt geklärt wurde, kurz die Aktionen noch einmal in einer E-Mail zusammenzufassen. Die Mail kann man kurz ankündigen.

Videokonferenz

  • Wenn sich alle Beteiligten kennen ist der Mehrwert einer Videokonferenz meistens beschränkt. Da das Videosignal deutlich mehr Bandbreite benötigt, leidet neben der Video- auch oft die Audioqualität. Das gilt natürlich nicht für professionelle Videoräume.
  • Bei einer 1:n Kommunikation zum Beispiel einem Training ist es sehr gut den Trainer gesehen zu haben. Ein Vorschlag ist das Video  während der Vorstellung zu aktivieren und es dann auszuschalten.
  • Video per Webcam oder Smartphone sieht oft unprofessionell aus. Das Smartphone wandert während des Gesprächs oft unter das Kinn und stellt die Nase in den Vordergrund. Die Webcam ist des Öfteren mit einem Farbverfälschten zu dunklen Bild unterwegs. Bitte vorher Ausprobieren am besten viele Lichtquellen einschalten und den Weißabgleich der Kamerasoftware nutzen.
  • Eine Webcam an einem langen USB-Kabel eignet sich auch gut um Gegenstände zu zeigen. Zum Beispiel in einem Training oder um eine Entstörung dem Gegenüber zu erläutern.

Personen die nicht sachgerecht kommunizieren zum Beispiel viele Adressaten in Kopie (CC) hinzunehmen, Chat zur Verbreitung viralen Nonsens nutzen oder nicht gerne zum Telefonhörer greifen, bitte auf das Fehlverhalten aufmerksam machen. Tut mir den Gefallen und blendet deren Kommunikation nicht einfach per E-Mail-Filter oder Sperrlisten aus. Sinnvolle Kommunikation spart eine Menge Zeit, benötigt nur eine kurze Einweisung und ab und zu eine freundlichen Erinnerung.

Kubuntu Fontviewer Fonty Python

Als die neue Schriften DVD InfiniType4 eintraf, war ich auf der Suche nach einem FontViewer der uninstallierte OpenType-Schriftarten anzeigen kann. Leider werden viele nützliche Schriftbetrachter nicht mehr weiterentwickelt, so lässt sich Fontmatrix unter Kubuntu 16.04 nicht mehr installieren; Opcion Font Viewer zeigt keine modernen OpenType Schriften an. Die sehr guten Fontmanager die Kubuntu oder Ubuntu von Hause aus mitbringen, eignen sich kaum um große Mengen nicht installierter Schriften zu inspizieren.

Durch Zufall bin ich auf Fonty Python gestoßen. Das wird mit Ubuntu mitgeliefert und ist ganz okay, um nicht installierte Schriften zu managen.

sudo apt-get install fontypython

Da Fonty Python 4.4  bei mir unter Kubuntu 16.04 Xenial nicht auf Anhieb funktionierte, habe ich die neueste Version 4.6 aus Yakkety genutzt:

sudo dpkg -i fontypython_0.4.6-1_all.deb

Innovation und Erfindung

Vielen Kunden geht es darum, wie innovativ ein Provider ist. Dabei ist die Auslegung des Begriffs Innovation sehr breit und spannend. Neulich haben wir mal sehr schlechte Noten im Bereich „Innovation“ eines Angebots bekommen. Anscheinend hatten zählt dieser Kunden zu Innovation nur Erfindung oder Selbstoptimierung. Was war geschehen?

Für den Aspekt Innovation hatten wir einen Kundenworkshop, bei dem die Innovationen bei einem vergleichbaren Referenzkunden vor Ort besprochen wurden. Nun muss man wissen, dass dieser Referenzkunde sehr gut auf Verbesserungsvorschläge reagiert. Insbesondere auch Verbesserungen bei denen auch er etwas Investieren oder Ändern muss. Tatsächlich kann man leicht feststellen, dass die finanziell wirkungsvollsten Änderungen beidseitige Prozessverbesserungen, eliminieren von Verschwendung (Lean Waste) und Automatisierung. Hier wurden nachweislich Kosten von bis zu 30% eingespart.

Gemeinsame evolutionäre Verbesserung war aber für diesen Kunden keine Innovation. Im Nachhinein wären in diesem Fall Innovationen Einsparungen im Betrieb ohne Interaktion mit dem Kunden gewesen. Eine Ecke bei der kontinuierlichen Verbesserung die äußerst langweilig ist. Bei den heutigen schon sehr optimierten Services schafft man so nur wenige Prozentpunkte im Jahr. Bei Commodity Dienstleistungen ist auch keine umwälzende Revolution zu erwarten, die große Einsparungen erwarten lässt.

Ein typisches Schema was sich bei Auftraggebern, die sich selber nicht beteiligen wollen, oft findet sind intern eingefahrene Strukturen. Nicht nur die Lieferanten sollen alles auf ihrer Insel selber optimieren, dieses Inseldenken gilt auch für die Konzernteile untereinander. Solche Umgebungen sind in sich äußerst träge. Als Anbieter  könnte man unredlicherweise große Einsparungen durch Innovation behaupten und mit einiger Sicherheit darauf hoffen, das derlei Änderungen auch bei minimalen Einfluss auf andere Konzernteile nicht durch das Change Advisory Board kommen.

Innovation ist das Anwenden von Erfindungen zum eigenen Nutzen. Wird ein Service dazu genutzt den Geschäftswert zu steigern und Innovation nur auf den Service beschränkt, so scheiden sehr viele Teile des Gesamtprozesses als Optimierungskandidaten aus. Insbesondere auch disruptive Änderungen, die nicht nur Bestandteile sondern den Gesamtkomplex in Frage stellen.

Meist wird in einer solchen Kultur Tools und Methoden mit einer großen Wichtigkeit und Wucht diskutiert. „Tool X taugt überhaupt gar nichts, wir konzentrieren und nun auf Tool Y“ oder „Methode A ist unmodern und hat sich in der Industrie nicht bewährt. Wir implementieren jetzt Methode B“.

Für Außenstehende ist es dann ganz wunderbar mit anzusehen, wird ein Service Managment, Kundenmanagement oder im Allgemeinen ein Prozess-Managment-Tool auf einer Insel eingeführt, so bleibt es bei guter Implementierung auf die Insel beschränkt. Mit den Nachbarinseln mag man nicht kommunizieren und erklärt lieber schnell die Konzernweite Einführung des Tool für erfolgreich.

Nach dem Anfangserfolg auf der Insel vergehen dann meist wieder Jahre oder Management-Wechsel, bis jemand feststellt, dass die Kundendaten, Vertriebsprozesse, Fertigungsprozesse oder internen IT Abläufe wie User-Life-Cycle immer noch sehr heterogen sind. Dann beginnt die Suche nach einem innovativen Tool weiter. Darf es diesmal was mit KI sein oder einfach eine Nummer größer.

Das alte Tool neu aufgesetzt mit interner Beteiligung, Befähigung und Governance wäre zielführender, aber es ist der Glaube an ein Wunder der Innovation. Neues Tool, neues Glück.

Ein besonders schönes Erlebnis hatte ich mit einem Kunden, dessen funkelnagelneues ITSM Tool sehr umständlich zu bedienen uns zu beherrschen war. Obwohl dieses Tool damals zu den Innovativsten am Markt zählte. Das Tool war sehr verbogen und eignete sich nicht zum arbeiten. Darauf Angesprochen konnte der Kunde leider auch nichts mehr machen. Originalaussage: Für das Feintunen ist kein Budget mehr da, da die erste Welle 300% zu teuer war, nun hat das Management beschlossen in dieses Tool nicht mehr zu investieren.