Messen überleben

Der Einsatz auf IT Messen macht einigen Spaß. Neben dem Kontakt mit Kunden ist das auch eine gute Möglichkeit andere Leute, Bereiche und Produkte aus dem eigenen Laden kennen zu lernen. Es folgt eine lose Liste an Punkten, die ich mir zum überleben auf Messen eingerichtet habe. Vielleicht für den ein oder anderen Anfänger nützlich.

Stimme: Oberste Regel, ohne Außnahme. Die Stimme ist unbedingt zu schonen. Lieber Besuchergruppen zweiteilen und bitten 10 Minuten zu warten, als zu versuchen stimmlich gegen den Messelärm anzutreten. Falls die Versorgung mit Wasser nicht sinnvoll und schnell von statten geht, gegen die Regel „keine Getränke am Stand“ ruhig verstoßen, jedoch das Glas vor Kunden verbergen und zum trinken wirklich ein paar Schritte vom Stand weg gehen. Der eigene Vorrat an Pfefferminzbonbons, Halspastillen, etc. immer griffbereit. Für Abends auch an Honig oder härtere Mittel zum gurgeln denken, falls es um den Hals schon geschehen ist.

Füße: Wenn es neue Schuhe sein sollen, vorher oft aber kurz z. B. zum Brötchenholen oder eine Stunde vor dem Fernseher anziehen. Gewalteinlaufaktionen führen zu Blasen. Gerötete Stellen merken und vor dem Messetag mit Pflaster abkleben. Zur Behandlung von Blasen an Jodsalbe, Pflaster, u.ä. denken. Fußpuder sollte in Erwägung gezogen werden, auch wenn man sonst nicht unter Schweißfüßen leidet, manche Messen sind stark geheizt und das hält die Füße super trocken.
Socken: Bei Socken kann ich nur zu Markensocken aus Schmallenberg im Sauerland raten. Ein erstaunlicher Unterschied. Am besten mal an zwei Messetagen in den selben Schuhen ausprobieren.
Schuhe: Bei der Anzahl Schuhe gibt es die ein und zwei Schuh-Strategie. Ich bin ein zwei Schuh-Vertreter. Das bedeutet, das jeweils benutzte Paar ist Abends sofort wieder einsatzfertig zu machen. Etwa durch putzen und bedüfteln. Beim putzen rate ich zu traditioneller Schuhcreme. Nach dem Auftragen hat sie bei der zwei Schuh-Strategie 36 Stunden Zeit zu trocknen. Morgens schnell glatt polieren, perfekt. Latscht jemand irgendwann über den Schuh, einfach mit einem Papiertuch nachpolieren, fertig. Ist schneller und besser als diese Schuh-in-10-Sekunden-Hochglanz-Schwämme. Bei Reisen in Länder mit Schuhputzservice rate ich dringend zu schlichten schwarzen Schuhen, eventuell auch einheitlich braunen Schuhen. Schuhe mit farbigen Applikationen, weißen Nähten oder ähnliches sind in diesen Ländern unbekannt und werden auch in guten Hotels das ein oder andere Mal durch das putzen nicht schöner.
Hausschuhe: Sind eine Überlegung wert. Falls das Reisemittel Bahn oder Flugzeug ist, passen Hüttenschuhe besser in das Gepäck. Auf der anderen Seite geht es ja oft Abends mit Kollegen weg, so viele Zeit zum entspannen der Füße in anderen Schuhen bleibt gar nicht. Da empfehle ich doch eine Ortlieb Faltschüssel für ein gelegentliches Fußbad.
Kälte und Wärme: Wenn der Messestand einen Innen- und Außenbereich hat oder wenn oft zwischen zwei Ständen durch die Kälte gewechselt werden muss, entweder absolute Disziplin beim Manteltragen oder einfach Funktionsunterwäsche tragen. Skiunterwäsche oder gedoppelte Radfahrunterhemden sind absolut super für solche Zwecke.
Trinken: Wann immer es geht. Hält Stimme und Laune fit.
Essen: Oft und wenig. Ich bin immer wieder erstand wie viel Kalorien ein Messetag fordert bzw. dass ich auf Messen nicht zunehme 🙂 Die Verpflegung nach dem Prinzip „oft und wenig“ ist an einem gut organisierten Stand auch kein Problem mehr. Früher gab es neben einem anständigen Mittagessen manchmal nur Zuckerzeugs. Im Ausland ist teilweise auch die Verpflegung strikter geregelt, meist wird man dort aber auch eher zu dem Tisch des Kunden gebeten, als vom Essen abgehalten.

Organisiert sein: Die Messe auch für sich selbst vorbereiten. Oft nachgefragtes Material zum Beispiel Überblicksdiagramme ausdrucken, einige Exemplare der Broschüre der Nachbarabteilung für „Nein, da müssen Sie da drüben hingehen“-Antworten mitnehmen, Terminpläne aufbereiten etwa Trainings, Workshops, Releasezeiten und ähnliches. Als Messeneuling am besten einen alten Hasen fragen.

Für die persönliche Ausstattung eine Checkliste anfertigen, so vergisst man auch bei hektischen Aktionen nicht das Wichtigste. Auch wenn man mal was vergisst, es findet sich eine Lösung. Zum Beispiel sich die Vistenkarten von einem Kollegen „leihen“.

Nach mehr Tipps? Dann hinterlasse bitte einen Kommentar. Ansonsten viel Spaß auf der nächsten Messe!

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