Schlagwort-Archive: IT

Gute Projektmitarbeiter, schlechte Projektmitarbeiter

Zu Anfang meiner beruflichen Laufbahn herrschte eine der IT-Blasen. Personalvermittler telefonierten die Büros der wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Universität ab. Freunde und Bekannte versuchten sich die Anwerbeprämien zu verdienen, in dem Sie geradezu verzweifelt ihren Bekanntenkreis nach Informatikern absuchten. Unter den reichlichen Anfragen war auch ein großer Elektronikkonzern. Dessen Personalabteilung sehr selbstbewusst ein Einstiegsgehalt offerierte, das nicht viel über dem Gehalt des öffentlichen Dienstes lag. Als Begründung führte man diverse Punkte an; im Übrigen könne man die Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter nicht als Berufserfahrung anrechnen. Mit dieser Meinung lagen sie so falsch.

In einer Projektarbeit oder einem Seminar teilt sich die Studierenschaft grob in zwei Teile: Weiterlesen

Release Management

Bei der Einführung eines neuen Tools zur Softwareverteilung kam es zu größeren Zwischenfällen, die Antwort vieler IT Verantwortlicher an dieser Stelle ist: Das Tool beziehungsweise die Third-Party Tool ist der Schuldige. Diese Aussage ist zwar richtig, hilft bei dem Problem kaum. Ich war der Meinung: Release Management wird helfen die entschiedenen Baustellen zur richtigen Zeit anzugehen. Weiterlesen

ITIL Lite von Malcolm Fry

In den Ferien habe ich das Buch von Malcolm Fry „ITIL Lite: A Road Map to Implementing Partial or Full ITIL V3″ gelesen, hier folgt eine kleine Rezension:

Erwartet habe ich ganz platt ein Buch, dass festlegt welche der 30 Prozesse und 4 Funktionen aus ITIL v3 auch für kleine Betriebe zwingend notwendig sind und welche nicht. Also etwa die Frage beantwortet was kommt nach Incident, Problem und Change Management plus Service Desk. Das Buch beantwortet diese Frage nicht, sondern zeigt eine Herangehensweise wie diese Frage von der Organisation selbst beantwortet werden kann. Seine Herangehensweise ist:

  • Erläuterung eines einfachen Modells zur Planung und Entwicklung von Prozessmodelle, bestehend aus Transmission, Activity, Work Instructions, Control and quality sowie Linkage. Diese Modelle können mit einfachsten Mitteln ohne Tools verwaltet werden.
  • Ein Vorschlag zur Kategorisierung von ITIL v3 Prozessen und Funktionen in Action, Influence, Resource und Underpinning.
  • Die Vorgehensweise zur Auswahl der für die Situation des Unternehmens passenden Prozesse und Funktionen.
  • Einen Satz von vordefinierten Auswahlen und hier findet sich auch das „Bare necessities template“ Incident, Problem, Change, Service Desk und Config.
  • Als Abschluss noch einen Satz von Vorlagen zur Vorbereitung und Verwaltung des Projekts bis zur Erstellung eines Master Plans.

Resümee:

Gut der Preis von Fachbüchern ist eben immer hoch, das wäre zu bemängeln oder einfach in Kauf zu nehmen.

In einigen Rezensionen wird erwähnt, das Buch eigne sich für einen Einstieg in ITIL. Das scheint mir unmöglich. Ich habe die Vermutung, Leser ohne ITIL Erfahrung werden nur etwas über eine abstrakte Vorgehensweise zur Einführung von ITIL lernen.

Leser die ITIL kennen, werden viele schöne Übersichten finden auch die Kategorisierungen liefern einige neue Erkenntnisse.

Der echte Mehrwert ist die strukturierte Vorgehensweise, in der ITIL-Komponenten bewertet und ausgewählt werden. Herr Fry beschreibt auch wie das im Team funktionieren kann. Ob man sich sklavisch an diese Vorgehensweise halten muss, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin hilft das Buch dann dabei nichts zu vergessen.

Die von Herrn Fry Beispielhaft zusammengestellten Auswahlen von Prozessen und Funktionen sind mir ein wenig zu konstruiert. Aus den Unternehmen, die ich bisher gesehen habe, ließen sich einige typische Modelle extrahieren. Der Kern des Ganzen ist jedoch wie man zu seinem individuellen Ansatz kommt, der dann nach und nach eine volle ITIL v3 Implementierung bedeuten kann. Da wohl nur sehr, sehr wenige Unternehmen die Anforderung haben, alles was ITIL v3 so bietet umzusetzen hier noch eine letzte Kritik, der Titel des Buches ist falsch, der sollte gestrichen werden und der Untertitel stattdessen hergenommen werden „A Road Map to Implementing Partial or Full ITIL V3“.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

Kommentar zum Google Chrome OS

Google baut an seinem zweiten Betriebssystem „Google Chrome OS“ auf Linux Basis. Es ist so eine Art erweiterter Browser. Daten und Einstellungen liegen Zentral, der Zugriff erfolgt mit einer „Oberfläche“. Ein solcher Ansatz kann viele Probleme von Normalo-Anwendern lösen.

Wenn ich mich im non-tech Bekanntenkreis so umschaue, gibt es folgende Denkanstöße:

  • Das eigentliche Problem bei der Anschaffung eines neuen PCs ist: Wie bekomme ich meine Photos (ggf. auch andere persönliche Sachen) auf den neuen PC?
  • Nach HD-Crash sind alle Photos verloren, Backup nie gehört bzw. hört sich kompliziert an
  • Syncronisieren zwischen Desktop, Nettop, Smartphone, etc. ganz zu schweigen

Die Bedienung von neuen Oberflächen wie KDE, OpenOffice.org oder Firefox bereitet Leuten, die ich auf Linux umgestellt habe nie ein Problem.

Es gibt meiner Meinung nach zwei Gründe, warum sich solche Konzepte erst in Jahren durchsetzten werden:

  • Always online ist noch zu teuer bzw. unzuverlässig (Datenrate) gerade wenn man über mehrere Geräte nachdenkt
  • Datenschutz und Datensicherheit sind bei den Clouds kein Fokus

Da ich tar czf beherrsche gehöre ich sowieso nicht zum Kundenkreis 🙂

IT Fundamentals — Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit (Availability) ist ein Maß in wie weit ein Service den vertraglich definierten Leistungsumfang in dem geforderten Zeitrahmen erfüllt. Verfügbarkeit wird meist als Prozentsatz angegeben. Was genau Verfügbarkeit ist, wie man es misst und warum das zu Missverständnissen führt, zeigt folgender Abschnitt der IT Fundamentals. Weiterlesen