BitLocker Laufwerke unter Kubuntu einbinden

Anbei eine kurze Anleitung wie ein USB-Stick, der mit BitLocker von Microsoft verschlüsselt wurde, unter Ubuntu eingebunden werden kann. Es ist viel einfacher, als so manche Anleitung das beschreibt.

Das Paket dislocker per Muon und Mausklick oder via Kommandozeile installieren:

sudo apt-get install dislocker

Zur Vorbereitung zwei Mountpoints nach Wunsch anlegen, einen Mountpunkt für den Container, den anderen für den eigentlichen Dateizugriff.

sudo mkdir /mnt/bitlocker
sudo mkdir /mnt/usbdrive

BitLocker-USB-Stick einstecken und per sudo blkid oder mit tail -f /var/log/syslog nachsehen, wo dieser eingebunden wird, hier als Beispiel /dev/sdb1. Jetzt den verschlüsselten Container einbinden.

sudo dislocker-fuse -V /dev/sdb1 -uGerätePass@Wort -- /mnt/bitlocker

Im Verzeichnis /mnt/bitlocker/ liegt nun ein „dislocker-file“ das per Loop-Device eingebunden werden kann.

sudo mount /mnt/bitlocker/dislocker-file /mnt/usbdrive -o loop

Fertig! Zwei Befehle reichen, den Rest bekommt ihr selber hin. Wenn ihr die Einbindung per Script automatisieren wollt, ist es vielleicht besser die Bitlocker Partition per ID anzubinden und nicht via /dev/sdb1. Dazu per blkid oder mit ls -l /dev/disk/by-partuuid/ nachschauen wie das Ding heißt.

sudo dislocker-fuse -V /dev/disk/by-partuuid/5b0465f7-01 -uGerätePass@Wort -- /mnt/bitlocker

Viel Spaß!

Umstellung auf HTTPS

Kurz vor Ende meiner Weihnachtspause kommt der Blog in HTTPS daher. Wobei es bei HTTPS eher unterstützt heißen sollte.

Daher kommt er mit einem neuen Design: Wieder mal wartungsfreundlich mit einem Theme von WordPress.org von mir leicht abgewandelt in ein Child Theme eingebaut.

In den nächsten Minuten gehe ich noch meine Checkliste durch. Bitte meldet Euch, wenn etwas nicht funktioniert!

Kubuntu 17.10 ist da!

Kubuntu heißt jetzt Artful Aardvark, also raffiniertes Erdferkel. Artful ist wie immer am besten über ein Peer-to-Peer-Netzwerk herunterzuladen. Nutzt die untenstehenden Torrent-Links:

Die erhaltenen .ISO-Images sollten per md5sum, sha1sum oder sha256sum auf Korrektheit überprüft werden:

Die obigen Images (ca. 1.6 GB) können via UNetbootin auf einen USB-Strick transferiert werden oder auf eine DVD gebrannt werden. Ein bestehendes System lässt sich z. B. mit der Softwareverwaltung auf 17.10 bringen.

Viel Spaß!

Fokus auf die Terrasse

Vor 34 Jahren hatte ich als Jugendlicher das Glück kurzzeitig ein Compaq Portable in die Finger zu bekommen. Damals besserte ich mir mit Programmieren das Taschengeld auf, also nahm ich die Projektdiskette, die Kabeltrommel und das Portable heraus in den Garten.

Der kleine CRT-Bildschirm spiegelte mir das Sonnenlicht entgegen, selbst mit maximaler Beschattung durch Sonnenschirm und Hecke war der grüne 9″-Monitor kaum abzulesen. Also wurde der Rechner heruntergefahren und das Unterfangen zurück in das Haus verlegt.

Heute sitze ich bei leuchtender Herbstsonne mit einem modernen non-Glare-LED-Display im Garten und kann es nur unter Anstrengung benutzen. Das OLED-Display des Tabletts ist etwas besser, lädt aber auch nicht zu langen Arbeitssitzungen ein. Da einzige elektronische Display was im Garten gut funktioniert ist der e-Ink-Bildschirm meines eBook-Readers.

Es gibt inzwischen Tabletts mit 4K-Auflösung man arbeitet an faltbaren Displays, aber an das Szenario Telefonkonferenzen auf der Terrasse zu führen denkt irgendwie keiner. Ein Display was bei heller Sonne gut funktioniert, das wäre doch mal was.

Kleinvieh macht viel Mist

Das ein oder andere Mal wird man damit konfrontiert, wenn sich nach dem Kauf heraus gestellt hat, dass ein anderes Produkt, ein anderer Service oder Serviceprovider die viel bessere Wahl gewesen wäre. „Hätte ich mal bei euch gekauft“, kann eine banale Aussage sein oder deutet auf ein Problem in der Entscheidung hin.

Eine der Ursachen kann eine simple Entscheidungsmatrix sein. Wenn sie wirklich verwendet wird und nicht einfach durch den Einkauf auf die Variable kleinster Preis verkürzt wird. Das Objektivieren durch Prozentwerte oder Punkte ist gar nicht so leicht und die Entscheidungsmatrix hat eine Tendenz von den entscheidenden Punkten wegzuleiten. Sie ist komplizierter als es auf den ersten Blick scheint.

Damit dieser Blog-Eintrag nicht Seiten füllt, werde ich im folgenden keinen IT Service einkaufen, sondern Äpfel mit Birnen vergleichen: Ich möchte ein Stück Obst für die morgige Wanderung einkaufen und fahre der Einfachheit halber zum Lebensmittelladen um die Ecke. Nun gibt es im Vorfeld einiges zu bedenken, um die Wahl zu erleichtern. Da gibt es Preis pro kg, mein Lieblingsobst Apfel und Birne sollen einen Vorzug bekommen, das Obst soll reif sein, nicht zu reif, da es ja den Tag im Rucksack überstehen soll, ist es Bio-Ware, ein lokales Produkt, etc. Aus dieser Sammlung entsteht nun eine Entscheidungsmatrix:

Kriterium max. Punktzahl
Preis pro 100g 30%
Apfel oder Birne 30%
Reifegrad 5%
Festigkeit 3%
EU-Bio-Label 3%
Demeter-Label 2%
Lokaler Anbieter 2%
Fair Gehandelt 2%
Nicht eingeschweißt 1%
Und so weiter und so weiter… …bis die Summe 100% ergibt.

Obiges ist ein ganz typischer Ansatz, die wichtigsten Kriterien bekommen so um die 60% und die restlichen 40% verteilen sich auf das Kleinvieh. Wenn diese Listen im Projekt reifen kommt typischerweise noch ganz viel Kleinvieh hinzu, weil neu hinzugezogenen Leuten noch etwas Zusätzliches einfällt. Der Prozentwert für ein zusätzliches Kriterium wird dann zuerst von den fetteren 5% Kleinvieh Kriterien stibitzt und weil 1% unteilbar erscheint, dann werden irgendwann sogar von den wichtigsten Kriterien Prozentpunkte abgezweigt. So dass dann die Verteilung Wichtig zu Restlich von 60/40 auf 50/50 oder weniger sinkt. Nur falls jemand auf die Idee kommt: Die Verwendung von absoluten Punktzahlen statt Prozentwerten macht die Sache nicht besser.

Weiterhin ist die arithmetische Bewertung oft nur schwach festgelegt, obwohl sie einen großen Einfluss auf die Gewichtung hat. Nehmen wir mal an, wir finden Physalis 2 €, Kiwis zu 1,30 €, Bananen zu 0,90 €, Birnen zu 0,80 €, Äpfel zu 0,70 € und Wassermelonen zu 0,30 €. Nun teilen wir die 30% für das Preiskriterium in 10 cent Stücke mit 2 € entsprechen 0% und 0 € 30%. Somit liegt die Banane bei 16,5%, der Apfel bei 19,5% und die Melone bei 25,5%. Das kann ja so gemeint sein, aber in diesem Beispiel fangen wir uns durch preisliche Ausreißer eine Bewertungslücke von ca. 10% nach oben und unten ein. Da die Bandbreite der möglichen Kandidaten verkleinert wird, ist ein Nebenkriterium wie Bio-Qualität nun ausreichend, damit eine Banane den günstigen Apfel locker überholen kann.

Darüber hinaus ist ein nicht zu verachtender Einfluss, dass manche Nebenkriterien sich einander bedingen. In dieser Tabelle ist ein Lebensmittel mit Demeter e.V.-Label ein Beispiel, da Demeter hinreichend für das EU-Bio-Label ist, bekommt dieses Kriterium 2%+3% = 5%. Wenn das so gewollt ist prima, meistens sind derartige Abhängigkeiten jedoch komplexer und schränken wenn es schlecht läuft die optimale Punktzahl für den besten Kandidaten ein.

Wie Anfangs schon erwähnt, Nebenkriterien sammeln sich im Laufe eines Projektverlaufs massiv an. Viele Leute bringen viele Ideen mit, auch kommen von den Anbietern in der ersten Runde noch viele Anregungen für weitere sinnvolle aber oft nicht wesentliche  Produkteigenschaften. Neben dem Strandgut gibt es aber noch eine zentrale Sammelstelle für Nebenkriterien, die Zukunftsfähigkeit. Nebenkriterien zum weiteren Ausbau oder Zukunftsfähigkeit des Produktes oder Service sind eine oft ungeschickt treibende Kraft..

Sicher gibt es konkret anstehende Notwendigkeiten. Bei IT Services fällt mir da die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ein. Diese tritt im Mai 2018 in Kraft und sollte bei Services die 2017 eingekauft werden beachtet werden. Ich meine jedoch Kriterien die einen möglichen Ausbau betreffen: Der Services könnte neben IT später auch Facility Management versorgen, dieses Client Produkt könnte eventuell in Zukunft auch auf Servern Anwendung finden, mit einem höheren Reifegrad in der IT könnten wir in Zukunft vielleicht dieses und jenes Feature benötigen. Diese Hätte-Könnte-Eventuell-Kriterien wachsen in manchen Entscheidungsmatrizen auf über 20%, sind aber für die Gegenwart unwichtig. Zum einen ist unklar was in Zukunft wirklich benötigt wird. In der Rückschau wird man sehen das tatsächlich eingesetzte Features dann nur 3% ausmachten und die restlichen 17% Zukunftspotential weiterhin brach liegen. Auch ist unklar wie sich die Produkte entwickeln, das aktuell top-moderne auf Zukunft ausgerichtete Produkt wird in zwei Jahren vielleicht ins Hintertreffen geraten sein.

Lösungen

Nebenkriterien sind Nebenkriterien, sie sollten wirklich limitiert sein. Zum Beispiel sollten sie in der Gesamtmenge nur 10% Einfluss nehmen können. Damit man sich mit Promillewerten nicht so schwer tut: Wie wäre es mit einer Nebentabelle? Eine Sammlung aller Nebenkriterien, bepunktet nach Gusto, die in Summe mit 10% eingeht. Noch sinnvoller ist natürlich Nebenkriterien zu streichen oder ohne Gewichtung als informative Liste aufzunehmen.

Bei den Hauptkriterien bitte sehr intensiv über die Objektivierung nachdenken, vorzugsweise mit einer passenden Entscheidung aus der Vergangenheit durchspielen. Heißt Preis geht zu 50% ein, dass der günstige Kandidat 50% und der zweit-günstigste Kandidat 48% bekommt?

Gerade bei Entscheidungen deren Produkte oder Services Neuland sind, unbedingt Abhängigkeiten der Kriterien vermeiden. Abhängige Kriterien können meist zu einem Kriterium zusammengefasst werden. Komplexere Entscheidungsmethodiken, die zum Beispiel Bayessche Netze beinhalten, sind bei einem solchen Vorhaben oft unangebracht, da sie zwar mathematisch transparent aber recht schwer mit den Anforderungen des Vorhabens zu durchdringen sind.

Bei der Zukunftssicherheit empfiehlt es sich eine Strategie zu entwickeln. Ein Ergebnis könnte sein, Agilität zu bewahren in dem man Produkte oder Services schnell umbauen kann, das heißt bei Laufzeiten oder Abnahmemengen flexibel bleibt. Aber auch das ist abzuwägen.

Entscheidungsmatix ähnliche Fallen

Risikobetrachtungen werden oft ähnlich simpel aufgestellt. Dort gibt es vielleicht sogar eine Richtlinie die sagt, dass ein Risiko eine Eintrittswahrscheinlichkeit von mindestens 0.5% haben muss. Somit wandert das Risiko in eine Gegend, die nur dadurch geprägt ist, weil den Leuten dort so viele Anwendungsfälle einfallen. Zu den Lösungen kann hier ggf. nach mit Clusterung oder Kategorisierung gearbeitet werden, so dass ähnliche Risiken gemeinsam betrachtet werden.

Ähnliche Probleme finden sich auch in Assessment-Methodiken oder Entscheidungsunterstützung von Beratern. Auch diese Tools neigen dazu, dass unwichtige Nebenkriterien eine kleine Beachtung erfahren und damit in Summe Mist bauen. Bei komplexeren Verfahren lohnt sich in jedem Fall mit einem leeren Zettel zu beginnen, die Entscheidungskriteren zu skizzieren und den Zettel kurz vor Entscheidung wieder heraus zu kramen.

Obejektivierung fühlt sich gut an, ist so manches Mal aber nicht optimal.