Buchkauf offline als Mann

Ich fühle mich diskriminiert, denn ich nutze durchaus den selbsternannten Fachhandel zum Bücherkauf. Allerdings läuft das ungefähr so ab: Anwesende Kundinnen werden so lange vorgezogen bis man dann meint einen der stöbernden Herren bedienen zu müssen. Zur Begrüßung lautet der Satz „Guten Tag, wollen Sie etwas abholen?“.

Lieber offline Buchhandel, noch konsequenter wäre es mich das Nächste mal mit „Warten Sie hier auf jemanden?“ anzusprechen.

Die Sache wendet sich tatsächlich, wenn ich eine Kneipenlesungs-Einkaufstasche dabei habe. Dann werde ich als Kunde ernst genommen, auch wenn hie und da eine leichte Unsicherheit in den Augen der Buchhändlerin zu bemerken ist.

Somit wechsele ich nun zu dem großen Online-Buchhändler mit „A“. Da werde ich ernst genommen! Das Online-Portal fragt mich höflich „Sie lesen Bücher von Max Goldt, möchten Sie nicht auch mal bei Wiglaf Droste rein schauen?“ Ja, das will ich.

Das mit dem Online-Buchhändler war natürlich nur ein Spaß, aber verdient hättet ihr das! Übrigens, die Frau gerade vor mir hat eine heruntergesetzte rosa Einhorn-Tasse gekauft, nicht gerade Hochliteratur.

Umstellung auf HTTPS

Kurz vor Ende meiner Weihnachtspause kommt der Blog in HTTPS daher. Wobei es bei HTTPS eher unterstützt heißen sollte.

Daher kommt er mit einem neuen Design: Wieder mal wartungsfreundlich mit einem Theme von WordPress.org von mir leicht abgewandelt in ein Child Theme eingebaut.

In den nächsten Minuten gehe ich noch meine Checkliste durch. Bitte meldet Euch, wenn etwas nicht funktioniert!

Fokus auf die Terrasse

Vor 34 Jahren hatte ich als Jugendlicher das Glück kurzzeitig ein Compaq Portable in die Finger zu bekommen. Damals besserte ich mir mit Programmieren das Taschengeld auf, also nahm ich die Projektdiskette, die Kabeltrommel und das Portable heraus in den Garten.

Der kleine CRT-Bildschirm spiegelte mir das Sonnenlicht entgegen, selbst mit maximaler Beschattung durch Sonnenschirm und Hecke war der grüne 9″-Monitor kaum abzulesen. Also wurde der Rechner heruntergefahren und das Unterfangen zurück in das Haus verlegt.

Heute sitze ich bei leuchtender Herbstsonne mit einem modernen non-Glare-LED-Display im Garten und kann es nur unter Anstrengung benutzen. Das OLED-Display des Tabletts ist etwas besser, lädt aber auch nicht zu langen Arbeitssitzungen ein. Da einzige elektronische Display was im Garten gut funktioniert ist der e-Ink-Bildschirm meines eBook-Readers.

Es gibt inzwischen Tabletts mit 4K-Auflösung man arbeitet an faltbaren Displays, aber an das Szenario Telefonkonferenzen auf der Terrasse zu führen denkt irgendwie keiner. Ein Display was bei heller Sonne gut funktioniert, das wäre doch mal was.

First Call Resolution

Bei uns im Haus floss das Warmwasser immer sparsamer, d.h. der Wasserdruck wurde weniger. Also rief ich unseren Sanitärbetrieb an. Mit ein paar Fragen grenzte der Techniker die Fehlerursache ein, fragte mich dann, ob ich mir das selber zutraue und leitete mich durch die Entstörung.

Gesagt, getan, Warmwasser fließt wieder. Sehr guter Service!

 

Gestaltung von Bewerbungen

Vor der Heilung kommt die Aufregung, zumindest hier möchte ich mich leicht echauffieren. Vor Kurzem hielt ich die Bewerbung eines Universitätsabsolventen in der Hand, diese war inhaltlich gut, eventuell wäre eine Seite kürzer noch besser und die Gestaltung war quietschig, überladen, bunt. Nichtsdestotrotz konnte ich gut erkennen das sich dieser Berufsanfänger mit dem typographischen Design seiner Bewerbung auseinandergesetzt hatte. Gleiches war gleich ausgezeichnet, es gab nur einige Hervorhebungen und das Gesamtbild war stimmig. Insgesamt eine gute Bewerbung, über Geschmack lässt sich eben streiten.

Nun habe ich über Wochen hinweg Bewerbungen gesehen, die jegliche Gestaltung vermissen lassen. Bewerbungen von Berufserfahrenen auf eine Stelle als Senior Berater. Es wird einfach Lebenswerk, Berufserfahrung und Ausbildung untereinander-getippt, schluderig mit Leerzeichen eingerückt, in Kardinalfällen ignorieren  die Autoren sogar die Zeilen- und Seitenumbrüche in Ihrem zu PDF geronnenen Machwerk. Wie gesagt wir reden über die Position eines gestandenen Beraters.

Ich frage mich wirklich, ob solchen Bewerbern zwei unterschiedliche Persönlichkeiten innewohnen: Eine Person die tagsüber perfekt mündlich, wie schriftlich mit Kunden kommunizieren kann, ein solides Basiswissen Typografie und Kommunikation mitbringt. Sobald die Sonne untergeht tritt vor dem heimische Computer ein Mr. Hyde zu Tage, der Buchstaben wild verteilt und die Textverarbeitung wie ein 12-Jähriger benutzt.

Aber gut, als ein erster Schritt zur Heilung sei dem typografischen Anfänger das Buch „Erste Hilfe in Typografie“ von Hans Peter Willberg und Friedrich Forssmann ans Herz gelegt. Es ist günstig, gut und schnell zu erfassen. Perfekt für den gestressten Dr. Jekyll und garantiert einen professionellen ersten Auftritt.